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Unser Konzert in der Alten Mälzerei in Mosbach

Inzwischen liegt unser Konzert in der Alten Mälzerei Mosbach schon wieder zwei Tage zurück. Die Zeit habe ich aber auch gebraucht, um einigermaßen in der Lage zu sein, einen kleinen Rückblick über dieses „unvergessliche“ Konzert schreiben zu können.

Aber von vorne.

Gemeinsam mit der Technikcrew machte ich mich gegen 13 Uhr auf den Weg Richtung Mosbach. Im Radio warnten sie vor starkem Wind und Wetter. Ich erinnere mich zurück an ein Open Air Konzert mit dem MGV Schwarzach (in der Nähe von Mosbach). Damals ging nach dem Konzert dort auch die Welt unter. Liegt das an uns oder an der Region?! Man weiß es nicht so genau.

14 Uhr: Beginn des Aufbaus in der Alten Mälzerei
Der Hausmeister ist super drauf und wir bauen in Ruhe auf. Tina und Robin müssen feststellen, dass die Regale im Hintergrund zwar das gleiche Modell, aber wohl unterschiedliche Chargen sind, weshalb es eine ziemliche Bastelei ist, bis die Dinger dann mal gerade da stehen. Aber irgendwie gelingt es dann doch. (Zwischenfrage: Wie gefällt euch das neue Bühnenkonzept?).

Gegen 16 Uhr kommt der Chor an, während Miri, Tina und Barbara noch in Dallau, Rittersbach und... irgendwas Anderem in der Richtung die letzten Plakate abhängen. Daniel und Patrick haben zwischenzeitlich auch die andere Richtung von unseren Werbeträgern befreit und sowohl die Aufhäng, als auch die zwischenzeitliche Abhängaktion (in Mosbach meinen sie tatsächlich Plakatständer, wenn sie Plakatständer sagen und nicht Plakattafeln, die ich auch immer als Ständer bezeichnet hatte... weshalb wir sie nach einem Tag "Hängezeit" auch wieder abhängen mussten - naja, man lernt nie aus) jeweils von miesem Wetter begleitet wurde. Nur die Harten kommen auf die Bühne!

Kurz vor 17 Uhr dann Soundcheck auf der Bühne, der eigentlich wie immer abläuft. Jeder erzählt ein bisschen was aus seinem Leben, über seine Schuhe, seine Schule oder sein Schdudium und dann singen wir gemeinsam noch was. Leider brauchen wir beim Soundcheck doch etwas länger und können den Saal erst gegen 17.40 Uhr öffnen. Die Besuchermassen strömen in den Saal und auf einmal... gibt's im unteren Bereich keine Plätze mehr. Da gingen an der Abendkasse tatsächlich noch einmal viele Karten weg, sodass wir spontan die Empore öffnen müssen. Wer hätte das gedacht? Voll cool!

Ich gehe nochmal kurz zu Michi ans Mischpult und wir sprechen die letzten Details der Setlist durch, während Janni die letzten Änderungen am Licht vornimmt. Ich eile ins Backstage, schließlich sollen wir in fünf Minuten mit dem Konzert beginnen. Dann geht auch schon alles Schlag auf Schlag und schließlich stehen wir auf der Bühne.

Das Publikum freut sich offensichtlich sehr uns zu sehen, wir uns auch! (Also das Publikum zu sehen). Es herrscht sofort eine ausgelassene Stimmung, wir sind völlig im Glück. Es ist schön in Mosbach zu sein!

Wir singen die ersten Lieder und es läuft alles soweit ganz gut, dann verlassen die Beats die Bühne und wir holen einen alten Bekannten nach oben, um gemeinsam mit den Beauties eine Mitmach-Nummer zu machen. Er hatte schonmal viel Spaß mit dieser Nummer und das vor dem Konzert per E-mail an uns ganz ausgelassen geschildert, deshalb fiel die Wahl diesmal wieder auf ihn und wir freuen uns sehr ihn wieder zu sehen. Die Nummer läuft, alle haben Spaß. Ich komme auf die Bühne um mich bei ihm zu bedanken und er geht ab, allerdings nicht in den Saal, sondern hinter die Bühne. Ich sage noch ganz lachs "Na, der weiß ja wie man es macht." Plötzlich Unruhe hinter dem Vorhang, es wird nach einem Arzt verlangt. Ich mache eine Durchsage im Saal und glücklicherweise finden sich einige Krankenschwestern im Publikum, die sofort auf die Bühne kommen und sich Backstage gemeinsam mit Philipp und Patrick um unseren Gast kümmern. Wir unterbrechen das Konzert und ziehen die Pause vor. Der Krankenwagen kommt und nimmt unseren Freund mit ins Krankenhaus. Auf der Liege sagt er zu mir: "Chef, ich hoffe ich hab euer Konzert nicht geschmissen"...

Nach diesem Schockmoment finden wir uns hinter dem Vorhang auf der Bühne ein, besprechen das weitere Vorgehen und versuchen mit dem Erlebten umgehen zu können. Das Publikum kommt in den Saal zurück und wir starten in den zweiten Teil (mit deutlich mehr Songs als geplant).

Wir spielen eine zweite Hälfte, die von vielen musikalischen Highlights und guter Stimmung aus dem Saal geprägt ist, aber auch von der Erleichterung, dass unser Freund jetzt in guten Händen ist. Kevin sagt mir später: "Ich habe noch nie mit so einem Gefühl gesungen." - Das haben wir alle wohl noch nicht.

Das Konzert geht mit zwei Zugaben auf der Bühne zu Ende und das Publikum hätte sich eigentlich noch eine dritte erklatscht, wir treffen sie dann aber im Foyer und singen dort noch eins. Viele sind geblieben und erkundigen sich auch nach unserem Besucher. Nach dem Abbau trafen wir uns noch bei Philipp, der für uns Flammkuchen servierte. Sehr sehr schöne Aktion!

Ich selbst mache mich zeitnah aus dem Staub, eine Mischung aus Migräne und Übelkeit hat mich gegen Ende des zweiten Sets fest im Griff und lässt mich über den Abend auch nicht mehr los. Manchmal ist es dann wohl doch alles ein bisschen viel.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich bei allen Helfern, vorne weg den Krankenschwestern, Philipp und Patrick, der Feuerwehr und dem Rettungsdienst für den super Einsatz bedanken. Das war unglaublich!

Danke auch an meine Beauties and the Beats für die Kraft an einem solchen Abend und die Freude und Leidenschaft, die ihr an den Tag legt. Es ist mir eine Ehre einer von euch sein zu dürfen!

Und nun noch die beste Nachricht von allen: 
Philipp war zwischenzeitlich im Krankenhaus und hat ihn besucht. Es geht ihm wieder ganz gut und er macht schon wieder Scherze. Was für ein Kerl! Was für ein Geschenk!

Ich danke euch für die Aufmerksamkeit und passt auf euch auf!

 

Ich sag DANKESCHÖN! 
Euer 
Martin